Unterschied zwischen klassischer Projektsteuerung und BIM‑Projektsteuerung

Warum klassische Projektsteuerung im digitalen Zeitalter nicht mehr ausreicht
Aktuell stehen Projektsteuerer vor wachsenden Anforderungen: komplexere Bauvorhaben, steigender Koordinationsaufwand zwischen Beteiligten sowie die zunehmende BIM‑Pflicht im öffentlichen Bau – seit Ende 2022 im Hochbau verankert und bis 2027 bundesweit als Standard vorgesehen. Diese Entwicklung erhöht den Druck auf Projektstrukturen, Informationsmanagement und digitale Prozesssicherheit erheblich.
Die klassische Projektsteuerung stößt damit zunehmend an ihre Grenzen.
BIM‑Projektsteuerung bietet hier einen entscheidenden Mehrwert: digitale Transparenz, modellbasierte Steuerungsmöglichkeiten und klare Verantwortlichkeiten. Gleichzeitig verändert sich das Leistungsbild der Projektsteuerung – von einer koordinierenden Rolle hin zu einer zentralen, digitalen Steuerungsinstanz.
BIM‑Projektsteuerung: Digital, modellbasiert, integrativ
BIM‑Projektsteuerung führt ein digitales Gebäudemodell als zentrale Datenbasis ein. Damit entsteht ein Single Source of Truth, der allen Projektbeteiligten denselben Informationsstand bietet.
Zentrale Komponenten der BIM‑Projektsteuerung
- Modellbasierte Terminplanung (4D): Bauabläufe werden visuell simuliert.
- Modellbasierte Kostenermittlung (5D): Mengen entstehen automatisch aus dem Modell.
- Clash Detection: Kollisionen werden frühzeitig erkannt – bevor sie teuer werden.
- Transparente Verantwortlichkeiten durch klar definierte BIM‑Rollen und Prozesse.
- Echtzeit‑Änderungsmanagement: Updates sind sofort im Modell sichtbar.
- Dokumentation digital verknüpft statt in parallelen Ablagen.
Die öffentliche Hand entwickelt diese Anforderungen konsequent weiter – z. B. durch den Masterplan BIM, der eine stufenweise verbindliche Einführung bis 2027 vorsieht.
Wie Digitalisierung das Leistungsbild der Projektsteuerung verändert
Die Einführung von BIM verändert nicht nur Werkzeuge, sondern den Kern der Projektsteuerungsleistung.
Vom Dokumentenmanager zum Informationsmanager
Projektsteuerung in BIM‑Projekten erfordert die Fähigkeit, digitale Informationen zu strukturieren, zu prüfen und bereitzustellen.
Neue Aufgaben sind unter anderem:
- Prüfen von BIM‑Modellen (Konformität mit Auftraggeberanforderungen, Datenkonsistenz)
- Koordination von BIM‑Abstimmungen
- Steuerung des Informationsaustauschs (BEP, BAP, CDE‑Strukturen)
- Überwachung von Modellabgaben statt Papierplänen
Zusätzliche Rollen und Verantwortlichkeiten
Durch BIM entwickeln sich neue Rollen, die in das Leistungsbild integriert werden müssen:
- BIM‑Manager: strategische Vorgaben und Prozesssteuerung
- BIM‑Koordinator: technische Abstimmung der Modelle
- Informationsmanager: Sicherstellung des Datenflusses
Proaktives statt reaktives Arbeiten
Durch Simulationen, automatisierte Prüfungen und digitale Transparenz wird Projektsteuerung vorausschauend:
- Risiken werden früh sichtbar
- Bauabläufe lassen sich simulieren
- Kostenverläufe werden modellbasiert prognostiziert
Das erhöht Planungssicherheit – ein entscheidender Vorteil im Mittelstand.
Mehrwerte für Handwerksbetriebe, Bauunternehmen und Planungsbüros
Handwerksbetriebe
- präzise Mengen, bessere Kalkulierbarkeit
- weniger Überraschungen auf der Baustelle
- digitale Montagevorbereitung
Bauunternehmen
- verlässliche Termin- und Kostenmodelle
- optimierte Baustellenlogistik
- weniger Störungen und Nachträge
Planungsbüros
- konsistente Daten statt Versionenchaos
- effizientere Abstimmungsprozesse
- höhere Planungsqualität durch modellbasierte Prüfung
Digitalisierung bringt hier echten Nutzen, keine zusätzlichen Belastungen, sondern Entlastung durch Klarheit und Effizienz.
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